Grußworte des Wirts

Ein herzliches Grüß Gott!


Liebe Gäste,


als ich im April 2018 meine kleine Alm erstmalig für die Besucher geöffnet habe, hatten wir große Ziele, viele Träume und den Enthusiasmus von Pionieren.


Viele dieser kleinen und großen Träume konnten wir verwirklichen. Mir war es immer wichtig, diese Alm nicht gewinnmaximiert zu betreiben sondern den Besuchern, die sich gerne Zeit nehmen, die Abstand suchen und Ruhe wertschätzen, in den bayerischen Alpen ein liebevoll ausgeschmücktes Kleinod zu bieten. Während man im Massentourismus leichtfertig selbst mit einfachsten Mitteln schnell Geld verdienen kann, habe ich mich dazu entschieden, sanften, ökologischen, "Slow-Food"" Tourismus zu fördern. Menschen, die sich Zeit nehmen, sind bei uns herzlich willkommen.


Wir möchten unsere Gäste nicht in 20 Minuten abservieren und abkassieren. Wer bei uns zu Gast ist, darf sich in unserer schönen Alm und in unserem herrlichen Biergarten uneingeschränkt wohl fühlen. Er darf so lange sitzen wie er möchte. Er darf genießen, darf, sinnieren, ein Buch lesen. Er darf Freunde einladen, mit ihnen hier vor beeindruckender Hochgebirgskulisse Karten bis in die späten Abendstunden spießen. Wir bauen keinen Druck auf, nur um dadurch unsere Umsätze zu erhöhen.


Das Ganze hat natürlich auch ein großes ABER: Wenn wir diese Form der Gastfreundschaft ernsthaft pflegen möchten, dann ist es auch klar, dass eine so verhältnismäßig winzige Alm nur begrenzte Sitz- bzw. Bewirtungsmöglichkeiten aufweist. Um dieses Idyll zum ehrlichen Genuss unserer Gäste aufrechterhalten zu können, kann es natürlich leider folgerichtig auch notwendig werden, weitere Gäste zu Stoßzeiten an der Türe abzuweisen wenn die Alm nunmal voll ist. Wir können nur begrenzt Personal vorhalten, nur begrenzt Plätze bewirten. Wir haben nur eine kleine Küche und nur wenig logistischen Stauraum. 


Ich bitte Sie daher als Gastronom, Wirt, verantwortungsvoller Arbeitgeber, Gastfreund und Mensch, Rücksicht auf unsere spezielle Form der Bewirtschaftung zu nehmen. Anders als wahrscheinlich alle anderen Gastronomen, die Sie hier in der Urlaubsregion Oberbayern/Österreich oder aus Ihrer Heimat kennen, unterstützen wir rein privat und ohne jede Fördermittel oder Spenden zusätzlich auch die Inobhutnahme kranker, verwahrloster, verstoßener Tiere in unserem Lebenshof. Auf eigene Kosten. Ein Leben lang. 


Mit Ihrem Verständnis und Ihrem Besuch unterstützen Sie ernsthaft eine zeitgemäße, natürliche und menschliche Art von Tourismus und eine kleine Alm, die mit den so erwirtschafteten Mitteln eigeninitiativ Verantwortung für das Tierwohl übernimmt, ohne wirtschaftlichen Vorteil daraus zu ziehen.


Aus gegebenem Anlass möchte ich mich noch herzlich bei allen Helfern bedanken, die uns während der Corona-Zeit so engagiert mit Geld- oder Futterspenden für unsere Gnadenhof-Tiere unterstützen. Ohne Euch würden wir diese schwere Zeit kaum schaffen.



Ihr Almwirt


Anderl Bittig




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